Douaumont Marathon

Heute vor 100 Jahren wäre diese Tour undenkbar gewesen: es tobte rund um Verdun eine der blutigsten Schlachten, die die Menschheit je gesehen hat. Während der Stellungskämpfe des Ersten Weltkrieges starben hier Hundertausende Menschen. Die Zeiten haben sich geändert und so können wir fast ohne es zu bemerken von Deutschland nach Frankreich radeln. Unterwegs grüßt man sich von Radsportler zu Radsportler.

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Alles beginnt um 7 Uhr am Gerlfanger Sportplatz bei frischen 4°C. Via Waldwisse, Cattenom, Thionville und Fontoy steuern wir auf das Lothringer Plateau mit seinen endlosen Weiten zu. Der Raps blüht, entgegen der Wettervorhersage grüßt die Sonne fast die gesamte Zeit, es rollt mit 31er Schnitt vor sich hin, alles wunderbar. Vor der Auffahrt in die Berge Verduns passieren wir einige Kriegsgräberfriedhöfe (wir = Thomas, Michael, Martin, Julian). Am Beinhaus von Douaumont (Ossuaire de Douaumont) herrscht immer eine besondere Stimmung – wir drehen eine stille Gedenkrunde, ehe es zum Fort Douaumont weitergeht.

Ein Tourist aus Thüringen beschert uns ein Gedenkgruppenfoto vor dem Fort. Er kann es kaum glauben, dass man aus Deutschland mit dem Rad bis hierher fahren kann und hält meine GoPro für eine Alarmanlage für das Fahrrad. Es geht für uns weiter am Museum vorbei und dann hinab Richtung Westen. Erfreulicherweise hat der Wind von Nord auf West gedreht und hat an Intensität zugelegt. Mit mäßigem Druck auf dem Pedal kann man im Flachen 40 km/h erzielen. Unser Eiltempo wird jedoch durch einen ausgiebigen Boxenstop an einem Supermarkt in Etain unterbrochen – zum Glück ist in Frankreich nur in Grenznähe Feiertag heute.

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Das halbe Baguette hilft dem Bedürftigen leider nichts – ab km 160 müssen wir zwei Gänge zurückschalten und arbeiten uns im Schongang bis zur Mosel vor. Ab hier ist es nicht mehr allzu weit bis nach Hause und man kennt sich bald wieder aus; spätestens im Canner-Tal und das sorgt für die dritte Luft. Zwischen Canner und Staatsgrenze sind allerdings noch einige kleine Hügel zu bewältigen, die mit 200 km in den Beinen mitunter weh tun können. So erreichen wir alle zusammen am späten Nachmittag den Ausgangspunkt und beenden eine tolle Tour, die im nächsten Jahr auf eine Wiederholung zählen kann.

 

 

Details zur Tour

Schlacht um Verdun (Wikipedia)

Fort Douaumont (offizielle Website des frz. Staates)

 

Team-Trainingslager auf Mallorca, Teil 3: Puig Major, Abschluss

Am Donnerstag stand mir der Speedgruppe die Tour über Puig Major und Soller an. Bei frischen Temperaturen aber durchwegs trockenen Verhältnissen genossen wir den echten letzten Radtag, denn für Freitag, unseren eigentlich letzten Tag, war Dauerregen angekündigt. In der Gruppe waren wieder einige frisch eingetroffene Belgier am Start, die an den ersten beiden Anstiegen ein richtig flottes Tempo angingen. Am letzten Anstieg von Soller hoch kam dann nicht mehr ganz so viel und etliche Teilnehmer der Gruppe waren völlig am Ende, weshalb auf dem Rückweg nicht das sonst üblich hohe Tempo gefahren werden konnte.

Am Abend genehmigten wir uns 1-2 Bier im Bierkönig.

Wie angekündigt begrüßte uns der Freitag mit Dauerregen. Aber zwecks Titelverteidigung der „Kilometerkönigs“ unternahm Julian noch eine kleine Tour und zu allem Regen kam auch noch ein Platten hinzu. An jedem Freitagabend findet bei Fred Rompelberg immer der Abschlussabend statt. Team Niedland feierte Siege in zwei Kategorien: Kilometerkönig und bestes Foto. In den beiden Spezialdisziplinen unseres Jens erfolgte dieses Jahr leider keine Wertung.

Team-Trainingslager auf Mallorca, Teil 2: zum Cap und zum Port de Valdemossa

Eine der schönsten Straßen, die ich kenne, führt von Port de Pollenca zum Cap Formentor. Bei grandiosem Wetter ist dies das Tagesziel für den Sonntag. Vom Ballermann zum Cap und zurück über meine diesjährig ausgewählte Tour bedeutet dies 190 km bei fast 2000 hm. Wir starten vierköppfig und fahren gemeinsam fast bis zur Ostküste, wo wir sternförmig ausschweifen: Jens und Frank über kürzere Wege zurück, Michael und Julian weiter zum Cap.

Einige Scharmützel genießend absolvieren wir die atemberaubende Fahrt zum Cap und zurück nach Port de Pollenca. Die Straße führt über einige kleinere Anstiege und bietet wunderbare Aussichten.

In Port de Pollenca wird noch ein letztes mal verpflegt vor der Fahrt zurück. Michael hält sich auch nach 120 km noch verdammt gut auf dem Rad, was ich als Einladung zur Verschärfung des Tempos sehe und so klettert die Durchschnittsgeschwindigkeit nach oben bei der Passierung vieler Kilometer eher langweiliger Hauptstraßen. Der Schnitt wird leider einige Kilometer vor Erreichung des Forts versaut, als sich das Hinterrad mit Krämpfen zur Bremse wandelt. Trotzdem eine tolle Tour.

Montags flaches Training mit unterschiedlicher Ausrichtung für alle Beteiligten: Jens unterwegs in der Hobbygruppe, Frank&Michael überholen im Windschatten der Speedgruppe den Solo-Grundlagenfahrer Julian.

Dienstags freuen sich alle Beteiligten wieder auf die Berge: Jens meistert mit der Hobbygruppe den Orient, die übrigen Drei fahren in der Speedgruppe mit und lassen am Berg gegenüber den Belgiern nichts anbrennen. Besonders schön gestaltet sich der Abstecher nach Port de Valdemossa über eine schmale Straße voller Serpentinen. Dort gibt’s für die Zuckerfraktion auch reichlich Kohlenhydrate zum nachfüllen.

Team-Trainingslager auf Mallorca, Teil 1: Einrollen

Vom 18. – 25.03. verbrachten einige Teammitglieder (Michael, Jens, Julian) wie im Jahr zuvor eine Woche auf Mallorca zur Vorbereitung auf die Saison. Auch diesmal waren wir wieder Gast bei Fred Rompelberg, der uns diesmal auch persönlich die Ehre erwies. Als Gastfahrer hatten wir einen schnellen Mann aus Reutlingen dabei, den wir im letzten Jahr an gleicher Stelle kennenlernten.

Unsere Anreise erfolgte über Luxemburg bei unangenehm früher Abflugszeit. Am Nachmittag des Ankunftstages konnte bei wunderbarem Wetter ein Einrollen via Randa erfolgen, bei dem sich Jens gegenüber dem Vorjahr in stark verbesserter Form zeigte. Im Anstieg herrschte allerlei Andrang und so musste man sich seinen Weg bahnen.

Der Rückweg erfolgte über Porreres und beim Abendessen trafen wir dann auf Frank, der sich auch bereits einrollen konnte heute.

In Anbetracht der grandiosen Wetteraussichten und frischer Beine haben wir für den Sonntag die Tour zum Cap Formentor beschlossen. Fortsetzung folgt …

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Wintertrainingslager in Thailand, Teil 3: Chiang Mai

Für die letzten sieben Tage meines Aufenthaltes in Thailand war ich rund um Chiang Mai im Norden des Landes unterwegs. Es ist das absolute Zentrum des Radsports in Thailand. Man erblickt fast so viele Radsportler wie auf Mallorca im Frühjahr und es gibt eine hervorragende Infrastruktur (tolle Strecken, Fahrradläden und auch gute Leihräder).

Zu dieser Jahreszeit kann man bei traumhaften klimatischen Bedingungen tolle Bergstraßen befahren, die allerdings sehr steile Passagen aufweisen. Als kleinste Übersetzung hatte ich 36 – 28 zur Verfügung, was öfters richtig hart zu treten war.

Ich hatte mir eine Unterkunft direkt an der Straße zum Doi Pui / Doi Suthep gebucht und bin den Hausberg auch ein paar mal hochgefahren. Mit seiner moderaten Steigung ist er ein angenehmes Ziel – insbesondere bei Sonnenaufgang, wenn noch nicht so viel Touristenverkehr hoch zum Tempel stattdindet.

Einmal geriet ich sogar in ein Radrennen. Zunächst passierte mich ein Polizeifahrzeug, dann zwei Motorräder, dann die Spitzengruppe eines Radrennens. Die Geschwindigkeit war überraschend gering: Ich klingte mich kurz ein, nur 34 km/h im Flachland. Dank der Popularität des Radsports in dieser Region blieben auch die Hundeattacken glücklicherweise aus.

Nach zwei Tagen in Chiang Mai fing ich mir leider durch eine Klimaanlage während der Massage nach einem Training eine Erkältung / Bronchitis ein, wodurch ich Intensität und Umfang drosseln musste. So fiel die 200 km Tour zum höchsten Berg Thailands leider aus.

 

Insgesamt war das Trainingslager in Thailand ein voller Erfolg und ich werde es im Jahr 2018 wiederholen mit leicht veränderten Parametern. Interessenten sind willkommen und können sich bei mir melden.

Julian

Wintertrainingslager in Thailand, Teil 2: Kanchanaburi

Die erste Hälfte des dreiwöchigen Trainingslagers verbrachte ich in Kanchanaburi, etwa 150 km westlich von Bangkok – bekannt durch  die Verfilmung „Bridge over the River Kwai“.

Ich hatte dieses Gebiet aus mehreren Gründen ausgewählt: Gutes Straßennetz mit wenig Verkehr, viele Möglichkeiten für flaches Grundlagentraining, einfach erreichbar von Bangkok aus, ich war schon mehrfach dort und hatte erste Erprobungsfahrten im letzten Winter durchgeführt.

Kanchanaburi ist eine der heißesten Regionen Thailands, weshalb ich immer morgens zum Sonnenaufgang bei angenehmen 16 Grad meine Touren begonnen habe. Um 12 Uhr wurden stets mindestens 30 Grad erzielt. Die Regionen bietet Tourenmöglichkeiten in fast jede Himmelsrichtung. Als einziger negativer Faktor sind die Hundeattacken zu nennen. Fast täglich und teilweise mehrfach und von mehreren Hunden gleichzeitig wurde ich während der Tour attackiert: Man fährt ohne böse Absicht an einem Haus vorbei und vernimmt plötzlich das Bellen und Heranstürmen eines oder mehrerer Hunde … Früher bekam ich immer gesagt, dass man vor einem Hund nicht wegrennt, aber wenn man auf seinem Rennrad sitzt und noch Reserven hat, dann bringt man für ein paar Sekunden ein paar Hunder Watt mehr auf die Pedale und der Hund sieht alt aus. Diese Strategie ging glücklicherweise während des gesamten Trainingslagers auf (etwa 15 Attacken waren es bestimmt).

Ansonsten war alles traumhaft: Die Landschaft, die Straßen, das Wetter, die unzähligen Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs, die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, das Essen.

Der zweite Teil des Trainingslagers wurde in Chiang-Mai im Norden absolviert. Fortsetzung folgt …