Wintertrainingslager in Thailand, Teil 3: Chiang Mai

Für die letzten sieben Tage meines Aufenthaltes in Thailand war ich rund um Chiang Mai im Norden des Landes unterwegs. Es ist das absolute Zentrum des Radsports in Thailand. Man erblickt fast so viele Radsportler wie auf Mallorca im Frühjahr und es gibt eine hervorragende Infrastruktur (tolle Strecken, Fahrradläden und auch gute Leihräder).

Zu dieser Jahreszeit kann man bei traumhaften klimatischen Bedingungen tolle Bergstraßen befahren, die allerdings sehr steile Passagen aufweisen. Als kleinste Übersetzung hatte ich 36 – 28 zur Verfügung, was öfters richtig hart zu treten war.

Ich hatte mir eine Unterkunft direkt an der Straße zum Doi Pui / Doi Suthep gebucht und bin den Hausberg auch ein paar mal hochgefahren. Mit seiner moderaten Steigung ist er ein angenehmes Ziel – insbesondere bei Sonnenaufgang, wenn noch nicht so viel Touristenverkehr hoch zum Tempel stattdindet.

Einmal geriet ich sogar in ein Radrennen. Zunächst passierte mich ein Polizeifahrzeug, dann zwei Motorräder, dann die Spitzengruppe eines Radrennens. Die Geschwindigkeit war überraschend gering: Ich klingte mich kurz ein, nur 34 km/h im Flachland. Dank der Popularität des Radsports in dieser Region blieben auch die Hundeattacken glücklicherweise aus.

Nach zwei Tagen in Chiang Mai fing ich mir leider durch eine Klimaanlage während der Massage nach einem Training eine Erkältung / Bronchitis ein, wodurch ich Intensität und Umfang drosseln musste. So fiel die 200 km Tour zum höchsten Berg Thailands leider aus.

 

Insgesamt war das Trainingslager in Thailand ein voller Erfolg und ich werde es im Jahr 2018 wiederholen mit leicht veränderten Parametern. Interessenten sind willkommen und können sich bei mir melden.

Julian

Advertisements

Wintertrainingslager in Thailand, Teil 2: Kanchanaburi

Die erste Hälfte des dreiwöchigen Trainingslagers verbrachte ich in Kanchanaburi, etwa 150 km westlich von Bangkok – bekannt durch  die Verfilmung „Bridge over the River Kwai“.

Ich hatte dieses Gebiet aus mehreren Gründen ausgewählt: Gutes Straßennetz mit wenig Verkehr, viele Möglichkeiten für flaches Grundlagentraining, einfach erreichbar von Bangkok aus, ich war schon mehrfach dort und hatte erste Erprobungsfahrten im letzten Winter durchgeführt.

Kanchanaburi ist eine der heißesten Regionen Thailands, weshalb ich immer morgens zum Sonnenaufgang bei angenehmen 16 Grad meine Touren begonnen habe. Um 12 Uhr wurden stets mindestens 30 Grad erzielt. Die Regionen bietet Tourenmöglichkeiten in fast jede Himmelsrichtung. Als einziger negativer Faktor sind die Hundeattacken zu nennen. Fast täglich und teilweise mehrfach und von mehreren Hunden gleichzeitig wurde ich während der Tour attackiert: Man fährt ohne böse Absicht an einem Haus vorbei und vernimmt plötzlich das Bellen und Heranstürmen eines oder mehrerer Hunde … Früher bekam ich immer gesagt, dass man vor einem Hund nicht wegrennt, aber wenn man auf seinem Rennrad sitzt und noch Reserven hat, dann bringt man für ein paar Sekunden ein paar Hunder Watt mehr auf die Pedale und der Hund sieht alt aus. Diese Strategie ging glücklicherweise während des gesamten Trainingslagers auf (etwa 15 Attacken waren es bestimmt).

Ansonsten war alles traumhaft: Die Landschaft, die Straßen, das Wetter, die unzähligen Verpflegungsmöglichkeiten unterwegs, die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, das Essen.

Der zweite Teil des Trainingslagers wurde in Chiang-Mai im Norden absolviert. Fortsetzung folgt …

Wintertrainingslager in Thailand, Teil 1: Anreise

Nachdem ich die Gegend um Kanchanaburi und Chiang Mai bereits im letzten Winter mit einem Leihrad ansatzweise erkundet und als fahrradtauglich empfunden hatte, ging ich das ganze dieses Jahr ernster an und nahm ein eigenes Rennrad mit. Insgesamt hatte ich einen grossen Block von drei Wochen Dauer geplant mit 100 % Sonnengarantie, davon die erste Haelfte in Kanchanaburi und die zweite in Chiang Mai. Was als Grundlagentraining 3 geplant war, musste aufgrund erheblicher beruflich bedingter Trainingsausfälle als Grundlagentraining 1 absolviert werden.

Fliegt man mit Thai Airways, hat man 30 kg Gepäck frei. Das Fahrrad im Radkoffer nebst Ersatzteilen und Helm brachte 22,5 kg auf die Waage. Die verbleibenden 7,5 kg waren ausreichend fuer mein restliches Gepäck.

So ging es ohne zusätzliche Kosten von Nürnberg via Frankfurt nach Bangkok, wo ich meinen Fahrradkoffer unversehrt in Empfang nahm. Per Taxi ging es weiter zum Southern Bus Terminal, wo ich einen Bus nach Kanchanaburi nahm (Mitnahme im Gepäckfach problemlos). Vom Busbahnhof in Kanchanaburi kurze Fahrt im offenen Sammeltaxi bis zum Hotel.

Fortsetzung folgt…

Winterausfahrt mit dem halben Team

Es ist der letzte Sonntag vor Weihnachten, draußen trüb und die Temperatur taumelt nur wenig oberhalb des Gefrierpunktes umher. Um 12 Uhr starten Thomas und Julian zu einer Grundlagenrunde durch das Haustadter Tal. Bei dem tristen Wetter macht es gemeinsam einfach mehr Spaß als alleine. Wir besprechen zudem die Gestaltung eines eigenen Team Niedland Trikots und die Teilnahme von unseren Team-Mitgliedern Thomas und Ingo an der Bike Transalp im Juli 2017.

Gut zwei Stunden später holen wir Michael in St. Barbara ab. Wie zu erwarten war, wird das Tempo an jedem Anstieg forciert. Thomas ist clever genug und dreht nach wenigen Kilometern ab, um sein geplantes Training durchzuziehen.

Michael und Julian fahren gemeinsam weiter durch Lothringen über kleine Straßen durch den menschenleeren Raum mit mehreren Anstiegen, auf denen ich immer abreißen lassen muss. Michael nimmt an einem Segment sogar Maß für einen KOM-Versuch im Frühjahr. Langsam zieht Nebel auf, es wird dunkel und meine Speicher sind leer gefahren. Als gerade die Straßenbeleuchtung eingeschaltet wird, erreiche ich den Wohnortseingang.

Allen Teammitgliedern und Lesern wünsche ich frohe Weihnachtstage, einen guten Rutsch in’s neue Jahr und taugliches Wetter für viele Kilometer.

Julian

Dem Stages Powermeter auf der Spur

Seit einem Jahr bin ich zufriedener Nutzer des Garmin Vector Leistungsmessers. Da ich im Winter häufig das Fahrrad wechsle, habe ich mir eine günstige Alternative in Form des Stages Leistungsmessers gegönnt.

Die erste Fahrt war ein Desaster: Unzählige Ausfälle, ständig zeigte das Garmin 0 Watt an.

Nach Recherche im Internet war klar, dass das Problem die Positionierung des Radcomputers ist. In meinem Fall ein Garmin Edge 1000. Der Stages Powermeter verträgt sich nicht mit dem Garmin Edge 1000 montiert auf der Aero-Halterung.

Daher habe ich unterschiedliche Positionierungen des Garmin ausprobiert:

  1. Vorne rechts mit Aero-Halterung: unbrauchbar
  2. Vorne links mit Aero-Halterung: besser als 1, aber immer noch unbrauchbar
  3. Links, Aero-Halterung nach hinten ausgerichtet: Übertragung einwandfrei, aber im Wiegetritt kann man anstoßen an das Garmin
  4. Links auf dem Lenker mit Basic-Halterung von Garmin: Übertragung einwandfrei, aber Halterung für Edge1000 nicht optimal geeignet.
  5. Nächster Versuch: K-Edge-Halterung montiert oben auf dem Steuerrohr.

Julian

 

 

Kalter Saisonausklang im Pfälzer Wald

Heute (09.10.2016) unternahmen Michael und Julian eine 100 km Tour mit drei wesentlichen Anstiegen im Pfälzer Wald. Als Ausgangspunkt für solche Touren bietet sich die TU Kaiserslautern bestens an, denn es gibt genügend Parkplätze und nach der Tour wartet das Auto direkt hinter dem Ortseingangsschild.

2016-10-09-19_45_49-kalt-und-anstrengend-am-totenkopf-mit-michael-_-radfahrt-_-strava

Zum Aufwärmen ging es über Waldleinigen über zwei kurze Anstiege in’s Elmsteiner Tal.

DCIM228GOPRO

Nach dem Abbiegen auf die Totenkopfstraße wurde die im voraus ausgesuchte Leistung auf die Pedale gebracht und es ging mit Vollgas hinauf. Nach 16:45 Minuten:Sekunden war der Totenkopf erreicht – den KOM zwar um 15 Sekunden verfehlt, aber die Wunschleistung übertroffen. Nächstes Frühjahr wird ein erneuter Angriff unternommen.

Nach der Abfahrt von der Kalmit wurde in Maikammer Kehrt gemacht und der wohl populärste Anstieg der Pfalz in Angriff genommen. Michael gab das Tempo vor – wir fuhren unter die besten 7 %.

DCIM228GOPRO

Danach übernahm ich wieder und führte über Iggelbach und Johanniskreuz zurück in meine ehemalige Uni-Stadt.

Ich werde meinerseits die Rennmaschine in Siersburg nächste Woche einmotten, wieder zurück nach Franken reisen, die Saisonpause weiterführen und mich auf die beginnende Saison vorbereiten.

Allen Lesern wünsche ich eine angenehme Saisonpause.

Julian

Vogesentour 2016 au Schichtel

Am Sonntag, dem 25.09.2016, startete die zweite Vogesentour des Team Niedland für das Jahr 2016. Während beim letzten mal Thomas und Jens die einzigen Starter waren, kamen diesmal zusammen: Thomas, Raphael, Michael und Julian.2016-10-01-10_05_19-vogesentour-2016-mit-thomas-raphael-und-michael-_-radfahrt-_-strava

Nach dem Motto „steil, steiler, am geilsten“ hatte Michael die Strecke vorgegeben. Gleich am Start gab es das erste Chaos. Während die übrigen Sportsleute auf die Rückkehr von Michael warteten, der sich abgemeldet hatte zwecks Austreten, fuhr dieser bereits hoch zum ersten Pass, dem Col des Croix. Nachdem alle wieder im Startort Le Thillot versammelt waren, ging es endlich los und Raphael gab ein beachtliches Tempo vor.

Am nächsten Anstieg wurden die Karten neu gemischt: Der Col des Chevrères zählt zu den steilsten Pässen der Vogesen. In der Tat war der Aufstieg für mich der härteste des Tages mit Rampen bis 20 % und einem noch frischen, angriffslustigen Michael neben mir. Am Gipfel spendeten Sonnenstrahlen behagliche Wärme während wir auf die beiden Mitfahrer warteten.

Es folgte „La Planche des Belles Filles“, ein Anstieg, der 2012 im Programm der Tour de France stand. Es war ein Anstieg ganz nach meinem Geschmack. Michael fuhr zu Beginn vorne weg, ließ sich aber auf den Flachstücken wieder einfangen. Auf dem Gipfel steht ein Schild mit der Zeit, die Christopher Froome benötigte – da weiß man direkt wieder, wo man steht mit seiner Zeit.

Auf einer einsamen, wunderschönen Straße ging es als nächstes hinauf zum Ballon de Servance im Plauschtempo.

Auf dem Weg zum Schlussanstieg zerfiel die Gruppe. Lediglich Michael und Julian nahmen den Petit Drumont mit. Die Auffahrt lohnt sich, denn der Ausblick vom baumfreien Gipfel entschädigt für die Mühen.

Bis zum nächsten Jahr. Julian